Projekt

Das Projekt GeMiNa – Gestaltung der Balance von Flexibilität und Stabilität durch implizite Vereinbarungen in der Mikro- und Nanotechnologie-Industrie – wird gefördert vom Bundes-
ministerium für Bildung und Forschung und aus dem Europäischen Sozialfonds der
Europäischen Union (Förderkennzeichen: 01FH09043).

Hintergrund

Die Mikro- und Nanotechnologie-Industrie in Deutschland ist eine eher junge, dynamische Wachstumsbranche, die als Innovationstreiber unzählige industrielle Wertschöpfungen anstößt. Forschung und Entwicklung (FuE) gehen hier Hand in Hand.

Wie schon das Präfix “Mikro” verrät, beschäftigt sich die Mikrotechnik mit sehr kleinen Dingen. Sie umfasst das Verkleinern und Integrieren von elektronischen Komponenten (z. B. Sensoren und Schaltkreise auf einem Chip) und technischen Bauteilen (z. B. Ventile und Pumpen). Mikrosysteme sparen aufgrund ihrer geringen Größe, Platz, Gewicht, Material und Energie. Sie sind daher bereits heute fester und nicht mehr weg zu denkender Bestandteil des Alltags, egal ob im Handy, Laptop, Fernseher oder Auto. Und die Zukunft verspricht noch kleinere, effizientere und vielseitigere Produkte. Für die in winzigsten Strukturen operierende Nanotechnologie – ein Nanopartikel ist im Vergleich zu einem Fußball so klein wie dieser im Vergleich zur Erde! – erfüllt die Mikrosystemtechnik eine wichtige integrierende Funktion. Sie fungiert als eine Art “Bindeglied” und macht die Verwendung von Nanotechnologien in der Praxis häufig erst möglich.

Der Bedarf an Fachkräften in der Mikro- und Nanotechnologie-Industrie wächst, Berufsgruppen mit hohem spezifischen und erfolgskritischem Wissen sind für diese Branche prägend. Die jeweiligen Berufsfelder erfahren regelmäßig rasante Veränderungen. Deshalb stellt die ständige (Weiter-)Qualifizierung ein unabdingbares Erfordernis dar. Die hohe Wettbewerbsintensität in einem globalisierten Markt mit immer kürzeren Produktzyklen und der Diffusion neuer Technologien erzeugt einen großen Veränderungsdruck für die Unternehmen der Branche: Flexibilisierung lautet daher die große Herausforderung.
Die geschilderten Entwicklungen führen auf Seiten der Beschäftigten zu einem hohen Anspruchs- und damit Belastungsniveau, wovon gerade die hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in besonderem Maße betroffen sind. Auf Unternehmensseite kommt vor allem der Bindung vorhandener sowie der Rekrutierung neuer Fachkräfte eine existenzielle Bedeutung und Herausforderung zu.

Ziele

Gesamtziel des Verbundprojekts ist die

  • Gestaltung der Balance von Flexibilität und Stabilität für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Unternehmen am Beispiel der Mikro- und Nanotechnologie-Industrie.

Operationale Ziele sind die Entwicklung und Erprobung

  • eines zielgruppenspezifischen Work-Life-Balance-Konzepts in enger Zusammenarbeit mit den Modellbetrieben sowie
  • eines tragfähigen psychologischen Vertrages als Gestaltungsinstrument zur Modellierung und Umsetzung der Work-Life-Balance-Maßnahmen.

Somit wird im Projekt GeMiNa der psychologische Vertrag in und mit Mikro- und Nanotechnologie-Unternehmen als aktives Gestaltungsinstrument zur Förderung und Umsetzung von Work-Life-Balance-Maßnahmen genutzt. Dabei werden die gegenseitigen Erwartungen und Angebote der Beschäftigten und der Unternehmen zusammengeführt, wodurch eine Akzeptanz der Umsetzungslösungen erreicht werden soll. Hieraus resultieren tragfähige psychologische Verträge. Diese stellen einen wichtigen Beitrag zur Balancierung von erforderlicher Flexibilität auf der einen und notwendiger Stabilität auf der anderen Seite dar. Vorhandene Unsicherheiten werden sowohl auf Seiten der Beschäftigten als auch auf Unternehmensseite minimiert.

Vorgehen

GeMiNa ist als forschungs- und umsetzungsorientiertes Verbundvorhaben mit drei Modellbetrieben und weiteren Valuepartnern angelegt. Das Projekt wird durch ein evidenzbasiertes Vorgehen in Analyse, Umsetzung und Evaluation wissenschaftlich begleitet. Es hat Pilotcharakter und dient als Orientierung und Benchmark für die gesamte High-Tech-Branche.

 

GeMiNa-Flyer (1,2 MB)

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 2. Juli, 2013